Silja Tuovinen is a dancer and creator from Northern Finland, currently dedicated to a process of developing her own practice and choreographic tools independently in Berlin. Silja trained as a dancer in her hometown of Oulu during her childhood and teenage years and took part in the Dance Intensive Program at Tanzfabrik in 2018-2019. She holds a BA degree in Peace and Conflict Studies from Malmö University and incorporates elements deriving from her academic education also in her artistic creations.
Silja is working to understand more about choreography as a process similar to reconciliation. It is interesting for her to find ways to go beyond the surface of assumed realities, while focusing on the feeling, experiencing and sharing body. Joy and sensuousness of existence as well as the aim of comprehending landscapes of the invisible guide her working processes.

 

Silja Tuovinen ist eine Tanzkünstlerin aus Nordfinnland, die sich derzeit in Berlin einem Prozess der eigenständigen Entwicklung ihrer Praxis und ihrer choreografischen Werkzeuge widmet. Silja wurde in ihrer Kindheit und Jugend in ihrer Heimatstadt Oulu als Tänzerin ausgebildet und nahm am Dance Intensive Programm der Tanzfabrik Berlin 2018/19 teil. Sie erwarb einen BA-Abschluss in Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Malmö und bezieht Elemente ihrer akademischen Ausbildung auch in ihr künstlerisches Schaffen ein.
Silja arbeitet daran, Choreografie als einen Prozess ähnlich der Versöhnung zu verstehen. Es möchte Wege finden, über die Oberfläche angenommener Realitäten hinauszugehen und sich dabei auf das Fühlen, Erleben und Teilen des Körpers zu konzentrieren. Freude und Sinnlichkeit des Daseins sowie das Ziel, Landschaften des Unsichtbaren zu begreifen, leiten ihre Arbeitsprozesse.

About the piece "Fur on skin" that she is creating for A.PART Silja says:


Even when facing the most devastating conditions, human beings can remain creative agents, working with tools that combine things in and out of this world – the concrete and the imagined. Behind chaotic drama, there can be intimacy, resilient resistance and humble acceptance. During this brief scene, I imagine an end of time. Movement becomes my survival, both elegant and clumsy. Melting into textures of vanishing and surviving. Resolving existential questions by living them and focusing on solutions through body and movement. … Imagining this, imagining that. Remembering air, remembering other creatures. Finding comfort, leaving comfort. Imagining wings that fall asleep around you and fur pressed against your skin.
 

Selbst unter den widrigsten Bedingungen können Menschen kreative Akteure bleiben und ihre Fähigkeiten anwenden, die Dinge in und außerhalb dieser Welt miteinander zu verbinden – das Gegenständliche und das Imaginäre. Hinter chaotischem Drama kann es Intimität, beständigen Widerstand und bescheidene Akzeptanz geben. In dieser kurzen Szene stelle ich mir ein Ende der Zeit vor. Die Bewegung, sowohl elegant als auch ungeschickt, wird zu meinem Überleben. Ich verschmelze in Texturen des Verschwindens und des Fortbestehens. Ich stelle mich existenziellen Fragen, indem ich sie lebe und mich auf ihre Auflösung durch Körper und Bewegung konzentriere. …Sich dieses und jenes vorstellen. Sich an Luft erinnern, sich an andere Geschöpfe erinnern. Komfort finden, Komfort verlassen. Sich vorstellen, dass um einen herum Flügel einschlafen und das Fell an die Haut gepresst wird.

Foto: Silja Tuovinen